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Über kleine Freuden. Zum finden und verteilen.


Dies ist ein Dankeschön, eine Kritik an, und ein kleines Plädoyer für das Verteilen kleiner feiner Nachrichten im öffentlichen Raum.
An Fremde.
An Menschen denen man vielleicht nie begegnen wird.
Genau dieses Weitergeben von Dingen ohne Erwartung macht das Schenken ja eigentlich aus.

Ich mag kleine Details sehr, die Situationen oder Räume – insbesondere öffentliche Räume – mit kleinen Geschichten und Phantasie erfüllen.
Zeichnungen, Figuren, Nachrichten, ...
Eine solche Nachricht an eine zufällige Finder*in habe ich vor kurzem gefunden. "Für Dich" stand auf dem kleinen, glänzenden Päckchen, gepinnt an einen Baum.
Sie sah nach einer Nachricht aus, die aus einer liebevollen Haltung heraus kommt. Es ging jedenfalls um Liebe und offenbar um den Wunsch sie weiterzugeben.
Allerdings verlieren viele Menschen das Interesse sehr schnell, wenn sie "Gott liebt dich" oder Ähnliches lesen. Je nach Perspekive verlieren sie es leider, zum Glück, oder ist mir egal.
Ich jedenfalls hätte mich noch mehr über diese Nachricht gefreut, hätte sie den Teil des Bekehrens oder Einladens an Jesus zu glauben nicht enthalten.
Allerdings tue ich oft etwas sehr Ähnliches: Andere bekehren, oder "einladen" zu wollen meiner Überzeugung und Haltung zu folgen.
Diese Antwort auf genannte Nachricht ist ein Beispiel.

Mist, verdammter. Dabei ist meine Haltung und Überzeugung ja, dass Menschen zu selbstdenkenden, andere Haltungen achtende, autonomen Wesen werden sollten.

Verflixte Widerspruche. Und noch einer: andere Haltungen achten – also tolerieren – nur die Intoleranz darf nicht toleriert werden!


Auch wenn ich Kritik daran übe, habe ich mich über die kleine Nachricht gefreut und war sie der Anlass dies hier zu schreiben.



Schreibt mehr Zettelchen.
Malt mehr kleine bilder.
Baut winzige Figuren.
Macht die Straße bunt und beglückt andere damit.

Überlasst die Gestaltung eurer Straße und eurer Stadt nicht Werbung und Beschilderungsbehörden.

Und die Autorität sprach:

Ich bin die oberste Ordnung, die erste Regel:
Du sollst die Regeln, die dir gegeben werden, hinterfragen und gegebenenfalls brechen.
Insbesondere auch diese erste, oberste Regel.

  - Prediger Fiezenfjech von u.a.u.d. Baak

Kontakt: kleinefreude@timte.org